Schwangerschaftsforschung

SEITE 1/1

Multiple Sklerose & Mutter werden

Trotz Multipler Sklerose Mutter werden ist nichts, worüber sich betroffene Frauen Sorgen machen müssen. Die Medikamente schaden ungeborenen Kindern nicht und eine Schwangerschaft kann sogar die Symptome der Erkrankung lindern.

08.07.2012 00:00h
Schwangere Frau hält Tabletten vor dem Bauch Während der Schwangerschaft können 98% Multiple Sklerose-Patientinnen ihr Medikamente absetzen.

Die Diagnose von Multipler Sklerose ist für viele junge Frauen ein Schock. Die unheilbare Krankheit kann viele Pläne zerstören. Auch Schwangerschaft gehörte lange dazu. Doch Forscher haben herausgefunden, dass Multiple Sklerose eine Schwangerschaft keinesfalls ausschließt. Ganz im Gegenteil: „Eine Schwangerschaft wirkt besser als die besten Medikamente“, so die Neurologin Kerstin Hellwig vom St.-Josph-Hospital der Universität Bonn gegenüber Zeit Online.

Schwangerschaftshormone wirken sich positiv auf Multiple Sklerose aus

Eine Schwangerschaft wirkt sich positiv auf den Verlauf von Multipler Sklerose aus. Laut Hellwig können 98 Prozent der betroffenen Frauen im Verlauf der Schwangerschaft ihre Medikamente absetzen. Doch selbst, wenn diese weiter eingenommen werden, ist das kein Problem. Die Medikamente haben keinen Einfluss auf die ungeborenen Kinder.
Der positive Einfluss auf den Verlauf der Krankheit kommt vermutlich von den Schwangerschaftshormonen. Aufgrund dieser Vermutung testen Forscher grade Medikamente, die den Östrogenspiegel von Patientinnen dauerhaft auf dem Niveau einer Schwangerschaft halten. Aber auch das tolerantere Immunsystem von schwangeren Frauen kann der Grund dafür sein, dass Multiple Sklerose während der Schwangerschaft in den Hintergrund tritt. Das Baby im Bauch einer Schwangeren trägt auch die DNA des Vaters und ist daher zur Hälfte ein Fremdkörper das Immunsystem. Damit dieses das Baby aber nicht abstößt, reagiert das Immunsystem während einer Schwangerschaft weniger aggressiv als gewöhnlich. Dieser mögliche Zusammenhang wird zurzeit in Zusammenarbeit mit Hellwigs Team aus Bochum am Institut für Neurobiologie und klinische MS-Forschung des Uniklinikums Hamburg-Eppendorf untersucht.
In den ersten drei Monaten nach der Schwangerschaft ist oft eine Anhäufung von Schüben der Krankheit festzustellen. Nach dieser Zeit pendelt sich das Auftreten der Symptome wieder auf das normale Maß, wie es vor der Schwangerschaft war, ein.

Multiple Sklerose-Medikamente können die Fruchtbarkeit beeinflussen

Ein Problem für eine Schwangerschaft besteht in Zusammenhang mit Multiple Sklerose aber doch: Einige der Medikamente können die Fruchtbarkeit beeinflussen. Insbesondere bei Männern wird eine verminderte Zeugungsfähigkeit beobachtet, die vermutlich von den Medikamenten herrührt. Die Auswirkungen auf die weibliche Fruchtbarkeit sind noch nicht ausreichend erforscht. Auch die Frage, welche Medikamente Gynäkologen bei Multiple Sklerose-Patientinnen einsetzten können, ist noch nicht eindeutig geklärt.

Multiple Sklerose- und Kinderwunschregister

Kerstin Hellwig und ihr Team sammeln seit 2006 Daten zur Multiplen Sklerose und Schwangerschaft in ihrem Multiple Sklerose- und Kinderwunschregister in Dortmund. In diesem Register wird der Verlauf der Schwangerschaften und deren Auswirkungen auf die betroffenen Frauen dokumentiert. Jährlich nehmen 150 Frauen an diesem Projekt teil, was zeigt, dass eine Schwangerschaft bei Multiple Sklerose-Patientinnen lange keine Seltenheit mehr ist.

Multiple Sklerose ist kein Grund auf ein eigenes Kind zu verzichten. Die Forschung zeigt, dass sich eine Schwangerschaft positiv auf die Krankheit auswirkt. Doch sind noch lange nicht alle Fragen auf diesem Gebiet erforscht und geklärt.

Bildquelle: Mathom/dreamstime.com

SEITE 1/1
Tags: krankheit, Multiple Sklerose schwanger, schwanger trotz Multipler Sklerose, Schwangerschaft trotz Multipler Sklerose, Multiple Sklerose Schwangerschaft
Besucher: 8734
4 Kommentare zu: Multiple Sklerose & Mutter werden

Bibi3103 9.07.2012, 15:31 Uhr

Wie schön, dass Schwangerschaften bei Multiple Sklerose Patienten keine Seltenheit mehr ist.

klugelaura 9.07.2012, 15:26 Uhr

Multiple Sklerose ist wirklich eine schlimme Diagnose - eine Freundin hat das :(

LaMamita 9.07.2012, 09:49 Uhr

Multiple Sklerose ist echt schlimm, meine Oma hatte das, hoffentlich findet die Forschung bald etwas dagegen!

mommolein 9.07.2012, 09:44 Uhr

Das ist ja schön, dass sich die Schwangerschaft sogar positiv auf die Multiple Sklerose auswirkt!

Dein Kommentar:

Du hast noch Fragen zu diesem Thema? Stell Deine Frage im Forum!

Multiple Sklerose & Mutter werden:

Ähnliche News

Chronische Schmerzen bei Kindern

Studie

Chronische Schmerzen bei Kindern

Eine Studie fand heraus, dass die Ursachen für chronische Schmerzen bei Kindern oft falsch diagnostiziert werden.

Jetzt lesen
Epigenetik verändert Ungeborene

Veränderte DNA

Epigenetik verändert Ungeborene

Forscher fanden heraus, das epigenetische Veränderungen ebreits im Mutterleib auftreten. Die Erkenntnis eröffent neue Möglichkeiten Krankheitsrisiken zu senken.

Jetzt lesen
Haustiere gut für Babygesundheit

Studie

Haustiere gut für Babygesundheit

Eine neue Studie kam zu dem Ergebnis, dass Haustiere sich Positiv auf die Gesundheit von Babys auswirken. Die Kinder sind weniger anfällig für Infektionen.

Jetzt lesen
Mukoviszidose-Screening gefordert

Vorsorge

Mukoviszidose-Screening gefordert

Experten fordern ein bundesweites Mukoviszidose-Screening bei Neugeborenen, da immer mehr Kinder mit dieser Stoffwechselkrankheit geboren werden.

Jetzt lesen
Aggressiver Krebs

Organtransplantation

Aggressiver Krebs

In den USA wurden einem neunjährigen Mädchen in Folge einer Krebserkrankung sechs lebenswichtige Organe transplantiert.

Jetzt lesen
Fotowettbewerb - Mein erster Urlaub!
Gewinne zu Ostern

Beim Mamilounge
Hasenfest und unseren
Ostergewinnspielen
erwarten Dich jeden Tag
coole Preise! Schau mal
vorbei!

Du suchst Infos zu einem bestimmten Thema? Gib hier Dein Stichwort ein:

Oder stell Deine Frage den anderen Müttern im Mamilounge Forum

Frage stellen
Der schönste Babybauch

Wer ist Dein Favorit?

MITMACHEN

Gesundheit: Meistgelesene Artikel

Spielend entspannen