Kaiserschnitt auf Wunsch nimmt zu

In Deutschland entscheiden sich Frauen immer häufiger für einen Kaiserschnitt auf Wunsch. Schon ein Drittel der Geburten verläuft mit einem geplanten Kaiserschnitt.

07.09.2012 13:16h

Seit dem Jahr 1995 haben sich die Kaiserschnitt-Geburten in Deutschland beinahe verdoppelt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass viele Frauen einen Kaiserschnitt auf Wunsch durchführen lassen. Mediziner und Krankenkassen sehen diesen Trend aber nicht unbedingt positiv.

Kaiserschnitt auf Wunsch in der Kritik

Wenn keine medizinische Notwendigkeit für einen Kaiserschnitt vorliegt, wie zum Beispiel ein sehr großer Kopfumfang des Babys, eine Querlage oder Probleme bei der Sauerstoffversorgung, erfolgt ein Kaiserschnitt oft auf Wunsch der Eltern bzw. der Mutter.

Insgesamt kommen 32 Prozent aller Neugeborenen per Kaiserschnitt auf die Welt. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist ein Kaiserschnitt aber nur bei jeder achten Geburt sinnvoll. Es habe sich in den Ländern wie Deutschland oder Italien, wo die Anzahl für Kaiserschnittgeburten bei 38 Prozent liegt, ein Trend entwickelt, bei dem Kaiserschnitte ohne medizinische Gründe durchgeführt werden. In anderen Ländern wie z. B. den Niederlanden ist der Anteil an Kaiserschnittgeburten wesentlich geringer, dort sind es nur 16 Prozent.

Kaiserschnitt auf Wunsch im Trend Nicht nur bei Komplikationen während der Geburt - immer häufiger kommt es zu einem Kaiserschnitt auf Wunsch

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Kaiserschnitt auf Wunsch oft wegen mangelnder Betreuung

Ein wichtiger Grund für einen Kaiserschnitt auf Wunsch ist oft eine Unsicherheit der Frauen, wenn sie während ihrer Schwangerschaft nicht intensiv betreut wurden, wie eine Studie der WHO zeigt. Da die Kliniken bei einem Kaiserschnitt mehr verdienen als bei einer normalen Geburt und außerdem haftungsrechtlich bei einem Kaiserschnitt abgesichert sind, würden Frauen ohne durchgehende Betreuung oft zu vorschnellen Entscheidungen verleitet werden, so der Arbeitskreis Frauengesundheit, der sich für Kaiserschnitte nur bei medizinischer Notwendigkeit ausspricht.

Was spricht für einen Kaiserschnitt auf Wunsch?

Neben dem geplanten Wunschtermin sprechen noch weitere Faktoren für einen Kaiserschnitt auf Wunsch: Gynäkologe Markus Vater erklärt, dass es bei einem Kaiserschnitt seltener zu schwerwiegenden Komplikationen komme, die sich später auf Mutter und Kind auswirken können, wie mangelnde Sauerstoffversorgung bei der Geburt. Wenn das Kind besonders groß ist oder mehr als 4.500 Gramm wiegt, bzw. die Mutter sehr zierlich ist, macht ein Kaiserschnitt auf Wunsch Sinn, da das Kind nicht durch das Becken der Mutter passen würde. Auch bei Mehrlingsschwangerschaften wird oft zu einem Kaiserschnitt geraten.

Ein Kaiserschnitt auf Wunsch hat ebenso Vor- und Nachteile wie eine natürliche Geburt. Zum Glück liegt die Entscheidung dafür oder dagegen allein bei der Mutter!

Bildquelle: Artur Steinhagen/dreamstime.com

Kaiserschnitt auf Wunsch nimmt zu: 8 Kommentare

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frenchj 13.09.2012, 13:07 Uhr

Ein Kaiserschnitt auf Wunsch kann ich verstehen.. Gibt gute Gründe dafür.. Wer sein 1. Baby beispielsweise in der 20. Woche verliert und es tot gebären muss - mit Wehen und allem (auch keine PDA der Welt hilft gegen den Herzschmerz) dann hab ich im Verwandtenkreis auch mitbekommen, dass die Betroffene danach einen Kaiserschnitt wollte. Sie hatte danach auch eine Risiko-Schwangerschaft, weswegen sie einfach jedem Risiko aus dem Weg gehen wollte.. In einer solchen Situation kann ich es sehr gut verstehen. Ich glaube, wenn man so ein schreckliches Erlebnis mit der Geburt verbindet, dann handeln viele so.

annab23 12.09.2012, 16:34 Uhr

Hatte natürlich Angst vor der Geburt aber einen Kaiserschnitt wollte ich jetzt nicht. Auf Wunsch Naja wer das lieber hat auf geschnitten zu werden. Von mir aus ich denk jeder sollte das mal mit gemacht haben ist eine schöne Erfahrung auch wenn es weh tut

kimbalee 10.09.2012, 22:37 Uhr

Ich breche jetzt mal eine Lanze für alle Kaiserschnitt-Muttis, da ich denke, dass man sich schnell eine Meinung bildet, nur weil man mal etwas gehört hat:

Ich hatte einen UNgeplanten Kaiserschnitt und habe NICHT die erste Stunde meines Kindes "verpennt", da ich eine Spinale Betäubung hatte. Ich habe auch die Geburt akustisch mitbekommen und meinen Sohn kurz darauf neben meinem Gesicht liegen gehabt. Der Kaiserschnitt hat mit Zunähen vll. 45 min gedauert! In der Zeit hatte mein Mann den Kleinen auf der Brust liegen. Nachdem ich das Kind monatelang in mir getragen habe, habe ich ihm diese minutenlange Zweisamkeit gegönnt. Auch heißt ein Kaiserschnitt nicht, dass man keine Schmerzen hat oder zu feige ist, diese zu ertragen. Während der Geburt hat man vielleicht keine, aber danach schon, so dass man wochenlang nur krumm laufen kann. Mein Sohn hat direkt in der ersten Nacht DURCHGEHEND bei mir im Bett geschlafen und ich habe ihn teils alleine, teils mit Hilfe der Schwestern gestillt. Nach 2 Tagen konnte ich aufstehen, mein Sohn war fast rund um die Uhr bei mir im Bett. Ja, ich hatte Schmerzen, aber ich hätte wesentlich größere Schmerzen gehabt, wenn mein Kind bei der Geburt gestorben wäre, nur weil ich aus falschem Ehrgeiz unbedingt eine "natürliche" Geburt durchgesetzt hätte. Die Wahl hätte ich (trotz schlechtem CTG) gehabt. Nach der Entbindung sagten sowohl meine Hebamme, als auch die Oberärztin, gut, dass Sie sich für die Sectio entschieden haben, da mein Sohn deutlich übertragen war und fast trockengelegen hat (das konnte man auf den Ultraschallbildern NICHT sehen!!). Ich habe mich auf mein Gefühl verlassen und das Wohl meines Kindes sämtlichen Idealen vorgezogen. Zum Glück und jederzeit wieder!

GelbeHexe123 10.09.2012, 11:15 Uhr

Kaiserschnitt auf Wunsch? Das geht? Mann oh mann, da läuft echt was schief...Finde einen Kaiserschnitt auf Wunsch verantowrtungslos. Der Kaiserschnitt ist eine erstzunehmende OP und außerdem verpennt man die ersten Stunden im Leben des Kindes.

Zuckerwattemami 10.09.2012, 10:54 Uhr

Jede Frau hat ihre eigenen Gründe für einen Kaiserschnitt auf Wunsch und das sollte man auch respektieren!!! Ich selbst hatte zwar eine "normale" Geburt und hab mitbekommen wie mein kleiner Bär zur Welt kam, aber dennoch sollte der Kaiserschnitt auf Wunsch jedem selbst überlassen bleiben und da kann man auch niemanden für verurteilen ;)

mamacaro94 8.09.2012, 19:41 Uhr

ich kann es nachvollziehen und wollte anfangs auch einen haben. ich bin jemand der sehr große angst hat aber mittlerweile tendiere ich von tag zu tag mehr zu einer "normalen" entbindung. die mütter mit angst sollten sich (dies sage ich aus eigener erfahrung) an ihre hebammen wenden.

urmelausdemeis8 7.09.2012, 17:34 Uhr

Kaiserschnitt auf Wunsch kann ich auch nicht nachvollziehen. Man möchte doch die Geburt mitbekommen. Habe Leon auch auf natürlichem Wege bekommen. Die Schmerzen vergisst man kurz danach.

WaitieKatie 7.09.2012, 17:24 Uhr

Kaiserschnitt auf Wunsch kann ich gar nicht verstehen, wenn es bei mir endlich soweit ist, möchte ich die Geburt auf jeden Fall miterleben! Also KS nur wenn es gar nicht anders geht, sonst auf keinen Fall!

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