Hyperaktiv und Unaufmerksam

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ADHS – ein psychisches Problem

ADHS ist keine Seltenheit, denn hierzulande sind etwa 500.000 Kinder von der Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung betroffen. Viele Eltern wissen sich nicht anders zu helfen als durch Medikamente.

17.08.2012 12:47h
Kinder sind hyperaktiv durch ADHS ADHS ist eine große Belastung

Wenn Kinder regelmäßig ausrasten, hyperaktiv sind, andere tyrannisieren und in der Schule nichts richtig hinbekommen, weil ihnen die Konzentration fehlt, ist die Ursache häufig ADHS. Bei dem Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom liegt eine Störung im Hirnstoffwechsel vor, die zu einer ständigen Reizüberflutung führt. In Deutschland leiden etwas zwei bis drei Prozent aller Kinder und Jugendlichen an einer schweren Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung, wobei Jungen im Durchschnitt dreimal häufiger betroffen sind als Mädchen.

ADHS ist eine Belastung für die ganze Familie

Sowohl für Eltern als auch für die betroffenen Kinder stellt die Störung ein großes Problem dar. Viele Eltern wissen nicht genau, wie sie mit ihrem Kind umgehen sollen, und stehen so unter enormem Druck. Außerdem sind die meisten Schulen noch nicht auf die ADHS-Problematik eingestellt. Weist ein Kind die ADHS typischen Verhaltensweisen auf, droht in vielen Fällen die Förderschule. Der auf ADHS spezialisierte Psychologe Johannes Streif, warnt vor einem sinkenden Selbstwertgefühl der Kinder, da diese zwar merken, dass sie den Ansprüchen anderer nicht gerecht werden, sich jedoch nicht anpassen können.

Medikamente können bei ADHS helfen, sind aber umstritten

Um die Probleme mit ADHS in den Griff zu bekommen, verschreiben Ärzte immer häufiger Tabletten mit dem Wirkstoff Methylphenidat. Dadurch werden die Kinder meist ruhiger und es fällt ihnen leichter sich zu konzentrieren. Allerdings müssen die Tabletten jeden Tag eingenommen werden und zeigen keine dauerhafte Wirkung. Der Kinderarzt und Psychologe Helmut Bonney ist von der Einnahme von Methylphenidat gegen ADHS nicht überzeugt: „Wenn ich es absetzte, ist alles so wie vorher. Eine Entwicklung des Gehirns zum besseren Funktionieren wird unterbunden.“ Auch sollen, laut Bonney, von ADHS betroffene Kinder versuchen auch ohne Tabletten bestimmte Dinge zu meistern, um die Erfahrung zu machen, dass sie nicht auf die Medikamente angewiesen sind, um Leistungen zu erbringen, sondern, auch ohne Tabletten etwas schaffen können. Um die überschüssige Energie loszuwerden und sich wieder besser konzentrieren zu können, können Eltern ihre Kinder ein wenig Sport treiben lassen oder sie, zum Beispiel auf den Spielplatz schicken.

Bei ADHS sollten Medikamente also nicht zu einer Abhängigkeit führen. Es kann durchaus helfen ein zappeliges und hyperaktives Kind, kurz die Treppe rauf und runter laufen zu lassen, damit es ruhiger wird.

Bildquelle: Zoran Simin/dreamstime.com

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9 Kommentare zu: ADHS - ein psychisches Problem

muddiundmausi 22.08.2012, 11:20 Uhr

Hmm, wenn man jeden Tag Medikamente gegen ADHS nimmt, ist das natürlich auch keine Lösung. Aber was soll man tun, wenn sich das Syndrom gar nicht bessert? Eine Heilung gibt es ja noch nicht...

Bibi3103 21.08.2012, 17:18 Uhr

Ich finde es total schrecklich,dass Ärzte bei ADS Medikamente verschreiben. Man kann die Konzentrationsschwäche bei Kindern auch anders in den GRiff kriegen!

yocolita 21.08.2012, 11:19 Uhr

@zinia: Ich hatte nicht vor, jemanden persönlich anzugreifen oder zu beleidigen, sondern habe lediglich meine Meinung gesagt. Falls du oder jemand anderes sich persönlich angegriffen fühlt so tut es mir leid. Aber man muss doch zugeben, dass es heutzutage viele Kinder gibt, die einfach schlecht erzogen worden sind und sich auch dementsprechend verhalten. Deren Mütter interessiert es dann aber nicht und sie schieben alles darauf, dass das Kind womöglich ADHS hat obwohl es vielleicht gar nicht der Fall ist. Deswegen auch meine Aussage zur schlechten Erziehung.

zinia 20.08.2012, 15:51 Uhr

@yocolita

wie wäre es, wenn du dich erst einmal richtig informierst?
offensichtlich hast du NULL KOMMA NULL ahnung.

Zuckerwattemami 20.08.2012, 13:42 Uhr

Ich kann yocolita nur teilweise zustimmen, was ADHS bei Kindern und schlechte Erziehung angeht. Durch meinen Beruf als Sozialpädagogin habe ich schon viele Kinder erlebt die ADHS haben und ich muss sagen, aufgrund der Gespräche mit den Eltern, dass ungefähr ein sechstel von ihnen wirklich eine schlechte Erziehung genossen haben. Die Eltern lassen sehr viel durchgehen ohne sich zu interessieren und wenn das Kind dann mal abdreht wird gebrüllt und beschimpft. Geht gar nicht finde ich!!! Natürlich sind die Meisten Fälle von ADHS tatsächlich auf eine Fehlfunktion im Hirnstoffwechsel zurück zu führen und die betroffenen Kinder haben auch enorme Probleme damit...das ist traurig aber leider wahr :( Was mir außerdem aufgefallen ist, dass Kinder mit ADHS vorwiegend aus deutschen Familien kommen, als aus ausländischen (hier in Deutschland)...woran das liegt kann ich mir allerdings auch nicht erklären.

JanaJoana 20.08.2012, 13:21 Uhr

In der Klasse meines Neffen gibt es auch einen Jungen mit ADHS. Anfangs hatten die anderen Kinder teilweise wirklich Angst, wenn der Junge Wutanfälle bekam, weil er sich nicht konzetrieren konnte, oder so hyperaktiv war, dass er alle anderen auch aus der Ruhe brachte. Mittlerweile haben sich die anderen Kinder jedoch an ihn gewöhnt und auch die Lehrer haben sich auf ihn eingestellt. Wenn er zu zappelig wird, geht eine Lehrkraft mit ihm raus an die frische Luft und er kann sich für 5 Minuten auf der Schulhof austoben...danach ist er wirklich immer ruhiger.

WonderOfLife 20.08.2012, 11:05 Uhr

ich glaube bzw bin mir sicher, dass es ADHS auch früher schon gab. Meiner Meinung nach ist es falsch, ADHS nur mit Agressionen und "ungezogenem" Verhalten gleichzusetzen. Die Reizüberflutung kommt vielmehr durch den immer hektischer werdenden Alltag, die vielen Einflüsse, die auf einen einströmen und den Mangel an Erholung.. ich selbst habe ADHS - das wurde bei mir aber Neuroligisch festgestellt, da ich ein sehr unruhiger Mensch bin, mich schlecht konzentrieren kann.. immer etwas zu tun haben muss. Ich war aber niemals unverschämt,grundlos aggressiv, habe nie rumgeschrieen oder andere Kinder geschlagen. Das kann man absolut nicht gleichsetzen !!! Viele Kinder/Jugendliche entwickel da heraus auch Depressionen. Bei mir hat sich das Konzentrationsproblem und die inner Unruhe auch nicht im Umgang mit anderen Menschen gezeigt, sondern es erschwert vielmehr MEIN Leben und MEINE Gedanken ! Aber ich glaube, dass die "Krankheit ADHS" vielen Menschen ganz gelegen kommt, wenn sie ungezogene bzw unausgelastete Kinder "entschuldigen" vollen bzw sich nicht mit Erziehung beschäftigen wollen.

yocolita 20.08.2012, 10:56 Uhr

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mit meiner Meinung ganz alleine stehe oder mir Vorwürfe anhören muss aber: Meiner Meinung nach ist ADHS keine psychische Kranheit, die einfach so durch eine Störung kommt, nein es ist eine Frage der richtigen Erziehung!!! Ein Kind hat ja niemals schon als Baby ADHS, sondern es kommt mit der Zeit. Und wie kommt das? In dem Eltern ihren Kindern alles durchgehen lassen, sie sofort alles bekommen was sie wollen nur wenn sie laut genug brüllen und wenn sie Zeit für sich wollen die Kinder einfach vor den Fernseher setzen und mit süßigkeiten vollstopfen!!! Bitteschön und da haben wir die Reizüberflutungen, das ständige tyrannisieren von anderen und die Hyperaktivität!!! Früher gab es nie so viele ADHS Kinder, weil die Erziehung früher ganz anders war. Heutzutage haben Eltern entweder keine Lust, keine Zeit oder sie wollen nicht zu streng sein und lassen einfach alles durchgehen und verlieren die Kontrolle über ihre Kinder und stopfen sie dann mit Mitteln gegen ADHS voll!!!

marisafari222 20.08.2012, 09:46 Uhr

Das ist schon eine komische Methode ein Kind, das ADHS hat dann die Treppe rauf und runterlaufen zu lassen, damit es ruhiger wird. :)

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